Bild: Ilja-Peer Tripp

Bei den Wiesbaden Phantoms herrschte sicherlich die Hoffnung, Aufstiegskandidat Kirchdorf Wildcats in der GFL2 die Krallen ziehen zu können, den Unterschied machte am Ende aber einmal mehr ein überragender und spielprägender US-Import. Quarterback Glen Cuiellette, in der vergangenen Saison noch eine Liga höher bei Frankfurt unter Vertrag, warf präzise Pässe und sorgte selbst für fehlende Yards, wenn die Defense der Phantoms die Angriffsbemühungen der Bayern scheinbar in den Griff bekommen hatte.

Gleich zu Beginn machten die Kirchdorf Wildcats in ihrem Gastspiel deutlich, dass sie eine schnelle Führung wollten. Der Tabellenzweite der GFL2 – beim Saisonauftakt Ingolstadt unterlegen und daher im Aufstiegsrennen im Nachteil – warf durch Cuiellette direkt lange Pässe, wurde aber durch die Defense von Coordinator Johannes Fiebig gestoppt. Selbst scheiterten die Phantoms unter Quarterback Marc Stosic aber an einem First Down.

Die Wildcats verfolgten ihren Gameplan weiter und kamen durch einen langen Pass zum 6:0, bevor der Zusatzpunkt scheiterte – Simeon Gabriel hatte den Ball abgefangen. Amier Hobson returnierte den Punt der Kirchdorfer danach zwar sehenswert, erneut kamen die Phantoms aber zu keinem First Down. Das Laufspiel über Wappler und die Hobsons durch die Mitte wurde oftmals bereits im Ansatz gestoppt und die Brechstange der Offense unter Coordinator Ian Wingfield half nicht. Die Wildcats-Defense hielt.

Im zweiten Quarter machten die Kirchdorfer bereits mit einem 27:6 alles klar. Im dritten Versuch und 20 zu gehenden Yards warf Cuiellette einen 45-Yard-Pass zum 12:0, die Offense der Phantoms musste anschließend wieder ohne großen Raumgewinn das Feld verlassen und die Wildcats erhöhten umgehend auf 19:0 und im folgenden Drive auf 26:0. 

Im besten Drive der Phantoms bediente Quarterback Marc Stosic zunächst über 39 Yards David Tibo und später, knapp eine Minute vor der Halbzeit über sechs Yards Dion West, der unter dem Jubel der Fans und Mitspieler das 6:26 auf die Anzeigetafel brachte. Der PAT wurde geblockt und die Wildcats antworteten im direkten Gegenzug zum 33:6, doch die Offense der Gastgeber schien nun aufgewacht. Ein langer Pass brachte sie erneut in die Nähe der Kirchdorfer Endzone, die Schiedsrichter verkündeten aber das Quarterende – einmal mehr einer der vielen Momente in der aktuellen Saison, in der die Phantoms einfach kein Glück zu haben scheinen.

Bild: Bastian Klaas

Ab dem dritten Quarter schonten die Wildcats ihre Leistungsträger, erreichten aber auch unter Quarterback Tobias Kanter noch einmal die Endzone. Dem 40:6 ließen die Phantoms einen guten Drive folgen, in dem Stosic am Ende Dimo Moissiadis über 25 Yards fand und bei einem vierten Versuch und elf fehlenden Yards Christopher Deisenroth den Ball hervorragend aus der Luft pflückte. Drei Punkte durch Kicker Dario Stief und seinen Holder Niklas Woelbert waren der Lohn.

Die Offense schien mit der nun erfolgten Anpassung – weniger Konzentration auf die Mitte als vielmehr die Außenbahnen – besser in Schwung gekommen zu sein und auch die Defense erarbeitete sich nun Chancen. Nach drei schlechten Pässen von Kirchdorfs Kanter in Folge fing Dimo Moissiadis die lange überfällige Interception. Zuvor hatten die Phantoms bereits zweimal danebengegriffen. 

So lief das vierte Quarter langsam aus. Höhepunkte waren zwei starke Tackles von Simeon Gabriel und eine weitere Interception, die dieses Mal Bryan Ohanian fing.

„Ich glaube weiterhin an das Team“, betonte der neue Wiesbadener Head Coach David Gordon nach dem Spiel im Huddle, betonte aber auch, dass er überzeugt davon sei, dass sich die Phantoms noch weiter steigern könnten. „We can do better!“

Die nächste Chance auf Punkte haben die Phantoms nun am Samstag, 2. Juli, ab 19 Uhr bei den Gießen Golden Dragons.

Go Phantoms!

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