U16 gewinnt Stadtduell gegen die Wiesbaden Warriors

Autor: Phantoms U16

Inzwischen schon wieder Vergangenheit ist das erstmals ausgetragene Spiel der U16 gegen die Junior Varsity Mannschaft der Wiesbaden Warriors. Mit Spannung wurde auf beiden Seiten dieses Spiel erwartet, hatte man doch in 2016 die hessische Liga in der Altersklasse dominiert. Was würde gegen den Nachwuchs des amtierenden Vizeeuropameisters im High School Bereich möglich sein. Erschwerend kam für den Gastgeber hinzu, dass nach den High School Regeln gespielt wurde. Dass unter diesen Umständen nicht nur ein Sieg, sondern auch die Verteidigung gleich die „0“ hielt, nun, damit war selbst in den kühnsten Träumen nicht zu rechnen.
Doch diese Geschichte hat zunächst ihren Anfang auf den Zuschauerrängen. Zuerst und zuletzt muss das beispielhaft faire Verhalten der Wiesbaden Warriors Anhänger hervorgehoben werden. Obwohl die eigene Mannschaft unterlag, haben sie immer für beide Mannschaften applaudiert und gelungene Spielzüge von beiden Mannschaften gewürdigt. Das ist maßgebend und zeichnet den sportlichen Geist von Jugendfootball aus. Dafür allerhöchsten Respekt!
Das Spiel selbst war ein Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Football-Philosophien. Auf der einen Seite die Wiesbaden Warriors mit einer für Jugendmannschaften eher typischen Spielstrategie. Der Angriff ist auf Laufspielzüge in unterschiedlichen Variationen ausgelegt. Auf der anderen Seite der strategischen Medaille sind die Phantoms mit ihrer No-Huddle Spread Formation zu finden, eine genauso attraktive wie risikoreiche Spielstrategie, quasi der Gegenentwurf zum lauforientierten Ansatz.
Beiden Angriffsformationen standen sehr disziplinierte und im positiven Sine harte Verteidigungsreihen gegenüber. Während die Phantoms Verteidigung im Laufe der Saison unüberwindlich war, ist mit einer harten Verteidigung der US Amerikaner immer zu rechnen. Darüber hinaus hatten die Warriors noch den Vorteil, dass der Verteidigungs-Stratege ein ehemaliger Coach der Phantoms ist, der die meisten Spieler und deren Fähigkeiten gut kennt.
Diese strategischen Hintergründe prägte auch die erste Halbzeit. Die Warriors versuchten mit viel Kraft, den Ball meistens durch die Mitte zu „tanken“. Eine durchaus vielversprechende Strategie, insbesondere wenn eine Mannschaft wie die Warriors über kräftige und schnelle Ballträger verfügt. Gegen die Verteidigung der Phantoms erwies sich dieser Ansatz aber als wirkungslos, da sie physisch ebenbürtig aber athletischer waren. So blieben gelegentliche first downs die einzigen Erfolgserlebnisse des Gegners. Am Ende stand zum wiederholten Male in dieser Saison die „0“. Allerdings hatte niemand im Vorfeld wirklich erwartet, dass dieses eher seltene Kunststück auch gegen die Warriors gelingt. Einfach PHANTASTISCH.
Da es sich bereits sehr früh abzeichnete, dass der Gegner selbst nicht viele Punkte erzielen würde, engte sich der Ausgang des Spiels auf die Auseinandersetzung zwischen dem Phantoms Angriff und der Verteidigung der Warriors. Und die Verteidigungsstrategie des Gegners war sehr gut austariert. Der beste Ballfänger wurde das ganze Spiel über in strenger Manndeckung genommen, und die übrige Verteidigung deckte den Raum geschickt ab. Die kurzen Distanzen wurden den Phantoms zwar ermöglicht, die mittel- und langen Distanzen wurden dagegen im wahren Sinne des Wortes „dicht“ gemacht. Eine sehr kluge Strategie gegen einen Angriff, der es gewohnt ist, in 2 bis 3 Spielzügen die Endzone zu erreichen. So wurde der Wiesbadener Angriff, deren Altersdurchschnitt unter 15 Jahre betrug, gezwungen, lange Drives zu spielen und sich Meter für Meter mühsam zu erkämpfen. Die Strategie der Warriors dahinter war klar: sie spekulierten auf Fehler der Phantoms. Und diese Erwartung wurde auch belohnt. Die Warriors schafften es zwar nicht, den Wiesbadener Angriff selbst erfolgreich aufzuhalten, dafür erwies sich das Kurz-Passspiel und die eingestreuten Läufe als zu wirkungsvoll, die Big Plays wurden aber wie vorgesehen erfolgreich verhindert. Und so wurden die Phantoms gezwungen, viele Versuche zu spielen. Somit ging der Plan der Warriors zunächst auch auf. Die jungen Phantoms stellten sich durch viele Strafen selbst „erfolgreich“ ein Bein. Mit guter Wahrscheinlichkeit wurde der historische Negativrekord an Strafen ein ganzes Stück überboten. Der Fairness halber ist aber anzufügen, dass neben der ungewöhnlichen Situation bedingt durch die langen Drives und die daraus resultierenden Unkonzentriertheit auch das veränderte Regelwerk – es wurde nach den High School Regeln gespielt – zu vielen Strafen führten; Vieles, was in der hessischen Liga erlaubt ist, ist nach den High School Regeln verboten, und das wurde konsequent bestraft.
Trotzdem, und das stellte sich ebenfalls früh heraus, war der Phantoms Angriff nur ganz schwer vom Ball zu trennen. Auch die hohe Anzahl an Strafen konnte die langen Drives und die vielen First Downs nicht unterbinden, während der Angriff der Warriors nach 4 Versuchen grundsätzlich den Ball abgeben musste. Konnten die Warrirors das 1. Spielviertel noch punktlos gestalten, kam der Phantoms Angriff langsam, aber immer besser ins Spiel. Der erste TD im 2. Qtr war nur die logische Folge einer zunehmenden Überlegenheit. Der anschließende Extrapunkt gelang. Mit 7:0 ging es in die Halbzeitpause.
Nach der Halbzeit verdeutlichten sich zunehmend die in der 1 Halbzeit wahrnehmbaren Tendenzen. Während die Verteidigung der Phantoms immer stärker wurde, ermüdeten die Verteidigung der Warriors sehenden Auges. Nur durch die unglaublich vielen Strafen konnten zahlreiche TDs der Phantoms abgewendet werden. Aber Mitte des 3 Qtr. war ein weiterer TD der Phantoms und der anschließende 2-Punkte Versuch nicht mehr zu verhindern. Mit 15:0 ging es in das 4 Qtr. und das gleiche Bild setze sich da fort, und noch mehr. Die Phantoms Verteidigung krönte ihre überragende Leistung mit einem Fumble-Return TD zum mehr als verdienten 22:0 Endstand.
Das Spiel wurde aber von 2 Siegern gekrönt. Nach dem Schlusspfiff fielen sich sowohl Coaches als auch die Spieler beider Mannschaften in die Arme und gratulierten sich gegenseitig zu einem tollen Spiel. Die Eltern beider Mannschaften applaudierten auch gemeinsam, während viele Spieler, einige kennen sich untereinander, sich zusammen die anschließenden Spiele anschauten. Die Spieler beider Mannschaften haben ein deutliches Zeichen der Gemeinsamkeit gesetzt. Sie haben nicht gegeneinander, sondern miteinander das Spiel gespielt, das sie lieben: Football! Und anschließend haben sie gemeinsam den weiteren Nachmittag zusammen verbracht. Die Phantoms haben an diesem Tag mehr Punkte erzielt, aber Sieger sind die Spieler beider Mannschaften.
„Und diese Gemeinsamkeit zwischen den Spielern zu sehen, zeigt, dass unsere Arbeit erfolgreich ist“ betonte ein überglücklicher Cheftrainer Jonny Ihl. „Genau darum geht es uns, und genau dafür steht unsere ganzheitliche Football-Philosophie. Wir bilden junge Menschen aus, nicht nur Spieler, und Football, und damit Fairness und gegenseitigen Respekt, findet sowohl auf als auch neben dem Platz statt“.
„Dass wir erstmals gegen eine US-Mannschaft gewonnen haben, macht mich als Coach natürlich sehr glücklich, aber noch glücklicher macht mich zu sehen, wie die Spieler nach dem Spiel miteinander umgegangen sind. Hart auf dem Platz, respektvoll und freundschaftlich nach dem Spiel. Das motiviert!“
Es war das letzte Spiel dieser in diesem Jahr sehr erfolgreichen U16 Mannschaft. Der Jahrgang 2000 wird in 2017 altersbedingt die U19 verstärken. Für die Unterstützung in 2016 gilt daher unseren ausdrücklichen Dank an dem gesamten Jahrgang: Danke Jungs, die gesamte U16 Mannschaft wird Euch in den nächsten Jahren nunmehr als Fans die Daumen drücken.
Die U16 internen Vorbereitungen für 2017 haben bereits angefangen. Der offizielle Start erfolgt mit einem U16 Elternabend in Oktober sowie die Trainingsaufnahme ab Ende November.

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