
– Interview mit Ladies-Quarterback und -Linebacker Leonie Stockmann –
Sie wurde in Wiesbaden geboren, lebt in Mainz, spielt aber auf der „richtigen“ Seite des Flusses Football: Leonie Stockmann, Quarterback und Linebacker der Wiesbaden Phantoms Ladies.
In der laufenden Saison der Damen-Aufbauliga Hessen (DALH7) stehen die Phantoms Ladies mit 2:1 Erfolgen punktgleich mit den Trier Stampers auf Platz eins der Tabelle. Die Entscheidung könnte am Samstag, 12. September, im Turnier mit den Verfolgerinnen und den Erfurt Indigos fallen, wenn in „Camp Lindsey“ alle drei Teams gegeneinander antreten.
Wenn der Fokus stimme, habe ihr Team gute Chancen, den DALH7-Titel zu verteidigen, sagt Stockmann. Sie dürfte es gut einschätzen können: Bereits 2015 begann sie bei den Mainz Golden Eagles mit American Football, „weil ich einfach Lust auf eine coole neue Sportart hatte“. 2016 und 2017 wurde sie deutscher Vize-Meister und 2022 als Linebacker im Nationalkader bei der WM in Finnland eingesetzt.
Im Interview spricht Stockmann über den vergangenen Erfolg, den Reiz ihrer Positionen und ihre Ziele mit den Phantoms Ladies.
Wie hast Du den Sieg Mitte Juni in Trier erlebt? Warst Du mit Deiner eigenen Leistung zufrieden?
Gegen Trier ist es immer sehr hart, aber auch fair. Das ganze Team war voll fokussiert und wir wollten unbedingt zeigen, dass wir uns nach dem ersten Spiel nicht geschlagen geben. Mit meiner eigenen Leistung war ich am Ende zufrieden, obwohl man selbst immer im Hinterkopf hat, was man nächstes Mal alles besser machen könnte.
Du bist als Back-up nun zum etatmäßigen Quarterback geworden. Wie fühlt es sich an, die Offense zu lenken?
Es ist eine sehr große Verantwortung und nicht immer leicht, am Anfang jedes Plays im Fokus zu stehen, aber es macht auch unfassbar viel Spaß, wenn man zusammen als Offense von Play zu Play daran arbeiten kann, die Stärken jeder einzelnen Spielerin bestmöglich einsetzen zu können. Da bin ich unfassbar stolz auf unsere Kommunikation auf dem Feld!
Gibt es noch etwas, das an der Position reizvoll ist?
Die Kombination aus Verantwortung, der Übersicht und dem strategischen Denken. Man nimmt bei jeden Spielzug Einfluss auf das Geschehen und muss schnelle Entscheidungen treffen. Gleichzeit ist man im engen Austausch mit dem Team und zusammen überlegt man sich, wie man am besten die Defense schlagen kann. Und: Die Mischung aus strategischem Denken und sportlicher Herausforderung macht es super interessant.
Und was ist das Reizvolle, auch in der Defense zu spielen?
Defense zu spielen ist für mich sehr intuitiv und hierbei kann ich, im Gegensatz zur Offense, mehr „den Kopf abschalten“. Jede Spielerin hat einen Job, auf den sie volle Konzentration am Anfang jedes Spielzuges hat, aber wenn dieser erledigt ist, haben alle Defensespielerinnen das gleiche Ziel.
Auf welches noch ausstehende Spiel in der aktuellen Saison freust Du Dich am meisten?
Ich freue mich sehr auf das Minitunier am 12. September, das ja gar nicht mini ist: Es wird bestimmt sehr spannend, dass alle drei Teams an einem Tag gegeneinander spielen. Und das zu Hause bei uns im „Camp“! Für Zuschauer ist das ideal.
Was denkst Du? Wie stehen die Chancen, den Titel in der DALH7 zu verteidigen?
Ich denke, wenn wir genauso fokussiert spielen wie in Trier, haben wir eine gute Chance, als Mannschaft den Titel zu verteidigen.
Was möchtest Du langfristig noch erreichen?
Ich möchte gerne mit der Mannschaft mindestens wieder 2. Bundesliga spielen! Dafür benötigen wir aber einen tieferen Kader. Also: Einfach mal ins Training kommen. Infos gibt’s auf www.wiesbaden-phantoms.de.
Wie überbrückst Du sportlich abseits des Mannschaftstrainings die Zeit bis zum nächsten Spiel am 22. August gegen Erfurt?
Ich gehe laufen und bin bei allen sportlichen Aktivitäten mit Freunden dabei, Tennis, Badminton, Fußball…
Der restliche Spielplan:
Sa., 22. August, 16 Uhr: Wiesbaden Phantoms – Erfurt Indigos
Sa., 12. September, 12 Uhr: Wiesbaden Phantoms – Trier Stampers
Sa., 12. September, 15 Uhr: Wiesbaden Phantoms – Erfurt Indigos
