Wie ein Trainerneuling die Ladies-Saison erlebt

Daniel Jakowlew steht mit den Phantoms im DALH7-„Endspiel“

„Endspiel“ um die Meisterschaft in der DALH7: Die Wiesbaden Phantoms und Wetterau Bulls empfangen als Spielgemeinschaft am Samstag, 20. September, 16 Uhr, die Trier Stampers zum alles entscheidenden Spiel um den Titel – in „Camp Lindsey“, Willy-Brandt-Allee 17, 65197 Wiesbaden. Eintritt kostenlos.
Mit dabei ist auch Daniel Jakowlew, GFL2-Spieler der Wiesbaden Phantoms und Assistant Coach bei den Ladies. Der 28-Jährige bestreitet seine Rookie-Saison als Coach, assistiert DC Matthias Pressler und lässt seine Erfahrung als Defensive Back besonders in Sachen Passverteidigung einfließen…
„Ich wurde in der Off-season angesprochen, ob ich mir nicht vorstellen könnte, bei den Ladies ein wenig zu unterstützen. Nach ein paar Probetrainings und guten Gesprächen mit DC Matthias Pressler war auch hier der Ehrgeiz geweckt“, sagt Jakowlew nach den ersten fünf von sechs Partien, in denen die Ladies eine 4:1-Bilanz erkämpft haben. „Seither unterstütze ich Matthias. Natürlich liegt meine Hauptexpertise im Bereich der DBs und der Passverteidigung. Aber ich helfe auch bei grundsätzlichen Sachen wie Tacklings, Blocking oder Defense-Systemen.“
„Der Gedanke, nach meiner aktiven Karriere als Coach einzusteigen, kam mir immer wieder. Dass es jetzt doch schon so früh kam, war auch für mich überraschend. Die Entscheidung, die Zusage zu geben, war richtig. Das liegt natürlich auch an der Truppe, die sehr aufgeschlossen ist und einfach Bock auf Football hat.“
Seine eigene Erfahrung könne er in die Arbeit mit den Ladies gut einbringen. „Grundsätzlich muss aber jede Spielerin ihren eigenen Stil finden. Meine Aufgabe ist es, ihnen die notwendigen Tools dafür an die Hand zu geben.“ Auch er selbst habe von Training zu Training dazu gelernt.
Das Reizvolle daran: „Ich glaube, ich spreche für all unsere Coaches, wenn ich sage, dass wir jede einzelne Spielerin auf das nächste Level bringen und damit eine stabile Grundlage für Frauenfootball in Wiesbaden für die nächsten Jahre schaffen wollen.“
Nun stehen die Phantoms/Bulls quasi im „Finale“ um den Titel in der DALH7. „Ich habe dennoch das Gefühl, dass Frauenfootball immer noch ein wenig unterschätzt und belächelt wird“, betont Jakowlew nachdenklich. „Und ich glaube auch, dass bei vielen Frauen immer noch die Hemmschwele sehr hoch ist, diesen Sport überhaupt einmal auszuprobieren. Es ist auch eine Aufgabe von uns allen, der Allgemeinheit zu zeigen, dass dieser Sport soviel mehr zu bieten hat als stumpfes Über-den-Haufen-Rennen. Aber das Gute an diesem Sport ist ja, dass für jeden Körpertypen etwas dabei ist. Egal, ob klein oder groß, egal, ob jemand über Geschwindigkeit kommt oder über Kraft, für jeden gibt’s eine Position. Ich kann nur jeder Frau und jedem Mann empfehlen, bei Interesse zu einem Probetraining zu kommen. Man hat ja nichts zu verlieren! Im schlimmsten Fall hat man eine Sporteinheit absolviert und eine coole Truppe kennengerlernt.“
Die bisher sehr erfolgreiche Saison mit vier Siegen aus fünf Spielen scheint dem Wiesbadener durchaus Spaß gemacht zu haben. „Ja, ich hab die Saison durchaus positiv erlebt, auch wenn wegen verschiedener Faktoren viel Improvisation notwendig war. Man sieht eigentlich bei allen Spielerinnen eine positive Entwicklung.“
Die Chancen, am Samstag das kleine Wunder zu schaffen und die bisher übermächtigen Trier Stampers zu schlagen, sieht Jakowlew gegeben. ⁠“Ich bin davon überzeugt, dass wir das Talent und Können haben, um Trier zu schlagen. Wir müssen es aber von Anfang bis Ende abrufen. Gerade die jüngsten beiden Spiele sind wir eher slow gestartet und haben erst nach zwei oder drei Quartern unseren Rhythmus gefunden. Das darf uns am Samstag nicht passieren.“
Über Support von der Tribüne würden sich die Ladies der Wiesbaden Phantoms und Wetterau Bulls auf jeden Fall freuen… Immerhin gilt es, einen 20-Punkte-Rückstand aus dem Hinspiel wettzumachen.

Der restliche Spielplan:
Sa., 20. September, 16 Uhr: SG Wiesbaden Phantoms/Wetterau Bulls – Trier Stampers