Sensationeller 37:0-Sieg im „kleinen Finale“ gegen Sentinels

Die U16 der Wiesbaden Phantoms hat den Einzug ins Finale der Oberliga zwar verpasst, sich im „kleinen Finale“ aber sensationell Platz drei gesichert. In Nieder-Eschbach verlor sie das erste Halbfinale gegen Frankfurt Universe mit 2:12. Das Spiel um Platz drei folgte gegen Bad Homburg. Die Sentinels – in der regulären Saison souveräner Gruppensieger, verlustpunktfrei, zwei Siege vor Wiesbaden und Frankfurt und mit 450:26 Zählern mindestens 100 Pluspunkte sowie 50 Minuspunkte besser als alle anderen Teams – verloren überraschend 0:16 gegen die Montabaur Fighting Farmers, die mit ihrer 6:6-Bilanz als Gruppenzweiter hinter Frankfurt als krasser Außenseiter in die Endrunde gegangen waren.

Enttäuschung nach dem Halbfinale
Gegen die Gastgeber reichte den Phantoms von Head Coach Manuel Tepper ein von Leandro Wright abgefangener und über das gesamte Feld getragener Conversion-Passversuch nicht aus, um den Vorrundensieger der Gruppe A in Bedrängnis zu bringen. Zweimal erreichten die Frankfurter die Endzone, obwohl die Wiesbadener Defense gut agierte, die Offense stockte aber das eine ums andere Mal.
So sorgte Younes Timm Rafiq mit einem frühen Tackle im ersten Drive der Frankfurter für ein erstes Wiesbadener Highlight, auch durch Strafen unterstützt kamen die Gastgeber aber dennoch voran. Nikan Mohtadi verhinderte einen Catch in der Endzone und der abschließende Field-Goal-Versuch ging rechts am Tor vorbei.
Quarterback Noah Ewan warf im ersten Drive der Phantoms-Offense eine Interception, die Frankfurt auf der 32-Yard-Linie in Ballbesitz brachte. Und Frankfurt nutzte die Chance: Die Defense tacklete beim anschließenden langen Lauf in die Endzone nicht gut und schon lagen die Phantoms 0:6 zurück. Der Pass für zwei weitere Punkte misslang jedoch.
Ewan fand nun trotz immensem Druck auf sich seinen Receiver Damian Lehmann zweimal hintereinander, doch machte eine Strafe den Raumgewinn wieder zunichte und die Phantoms mussten schließlich erneut punten.
Doch auch Frankfurt blieb ohne Punkte. Letztes kleines Highlight war zum Ende der ersten Halbzeit ein kurzer Lauf von Niklas Stolz, der allerdings nicht mehr ins Gewicht fiel.

Entscheidender Fumble
Ewan bekam von seiner Line zu Beginn der zweiten Hälfte viel Zeit, fand jedoch keinen Abnehmer für den Ball und wurde gesackt. Es folgte ein sechs Yards langer Run von Lehmann, die Phantoms erreichten kein neues First Down und trennten sich vom Ball.
Die Defense brachte die Phantoms-Offense schnell zurück aufs Feld, der Punt der Gastgeber gelang aber gut und Wiesbaden startete 91 Yards von der gegnerischen Endzone entfernt in den nächsten Drive. Weit kamen die Phantoms nicht, denn auf der eigenen 24-Yard-Linie fumbelten sie den Ball und Frankfurt nutzte im anschließenden Play die Chance und erhöhte auf 12:0.
Wrights Punkten nach der Interception folgten keine weiteren mehr. Stolz und Lavell Felix präsentierten sich zwar nochmals mit kraftvollen Läufen, erneut musste die Offense aber ohne Zählbares zurück in die Teamzone. Der Defense gelang nach einem Fumble der Gastgeber zwei Minuten vor dem Schlusspfiff ein wichtiger Ballgewinn auf der 5-Yard-Linie. Eine Chance, die von der Offense jedoch nicht genutzt wurde: Die Runs von Felix gerieten etwas zur kurz, eine Strafe warf die Phantoms zehn Yards zurück und Lehmann wurde sechs Yards vor der Endzone gestoppt. Der abschließende Field-Goal-Versuch wurde zudem geblockt, sodass es beim 2:12 blieb.

Doppelte Überraschung
Nach der nicht erwarteten Halbfinalpleite gegen Montabaur standen die Sentinels den Phantoms gegenüber. Mit 43:7 hatten sie das Tepper-Team in der regulären Saison mit 36 Punkten Unterschied deutlich bezwungen…
Aber die Phantoms punkteten nun im „kleinen Finale“ direkt: Niklas Stolz erzielte schon im ersten Drive das 6:0 und Leonard Koch verwandelte den PAT mit Holder Maximilian Fuhrmann und Center Ramon Richter in einen Extrapunkt. Auch die Defense zeigte sich hellwach, denn Tobias Krackau fing eine Interception, die Lehmann am Ende des Drives mit dem zweiten Touchdown veredelte. Der Extrapunkt gelang erneut.
John Stichel sorgte im Anschluss für einen sehenswerten Quarterback Sack, nachdem sich die Sentinels hatten erneut vom Ball trennen müssen. Auf der Gegenseite gelang Felix das 20:0, das Koch und Co. nochmals um einen Zähler ausbauten.
Die Defense setzte ihren Lauf fort, diesmal jedoch nicht durch einen Sack oder „nur“ das Stoppen der Bad Homburger, sondern durch einen Safety – Stichel hatte die beiden nächsten Punkte ergattert.
Dem komfortablen 23:0 ließ Stolz den vierten Touchdown der Partie folgen und Koch erhöhte noch vor der Halbzeit auf 30:0.
Danach ließen es die Phantoms deutlich ruhiger angehen. Luca Larusée fing dennoch eine Interception und nahm dem Gegner damit wertvolle Zeit für eine Aufholjagd, die jedoch ausbleiben sollte. Eine Interception gelang den Sentinels noch, in Punkte ummünzen konnten sie diese jedoch nicht.
Letztes Highlight war schließlich der Touchdown von Lehmann, bevor Koch den Schlusspunkt zum 37:0 per PAT setzte. Ein beeindruckendes Ende einer starken U16-Saison…