Nein, das war nix!

Autor: Michael Wiegand

Es war ein gebrauchter Tag für die Wiesbaden Phantoms: In der GFL2 hat das Team von Head Coach Tibor Gohmert zum dritten Mal in Folge verloren – dabei hatte es zu Beginn nicht nur sehr gut mit Meisterschaftskandidat Kirchdorf Wildcats mitgehalten, sondern sogar auf Augenhöhe agiert.
Beide Defenses ließen einige Zeit keine Punkte zu und die Angriffsbemühungen der Offenses das eine ums andere Mal in Leere laufen. Erst ein 28-Yard-Run von Wildkatze Florian Eichinger brachte die Gäste aus Bayern in Führung und Dasar Baris traf auch den Zusatzpunkt.
Jetzt war ein deutlicher Knick im Spiel zu bemerken. Mit Unkonzentriertheiten und unnötigen Strafen machten es sich die Phantoms selbst schwer. Zudem fehlte der Fluss im Spiel, den zahlreiche Flaggen der Referees wegen Fehlstarts, persönlichen Fouls und Co. auch in der Folge verhinderten. „Das ist heute zäh“, bilanzierte Livestream-Kommentator Gerd Meissner zu Beginn der zweiten Halbzeit.
Kirchdorf hatte sich zuvor auf 17:0 bis zur Halbzeit abgesetzt. Kurz nach dem ersten Seitenwechsel erhöhte Baris mit einem Field Goal auf 10:0 und traf auch nach dem zweiten Touchdown-Lauf von Eichinger, der ebenso wie Tom Stecher immer wieder durch die Wiesbadener Reihen tankte. Highlight auf der anderen Seite war ein sehenswerter Sack von Thomas Mansour kurz vor der Halbzeit.
In der Offense lief mit dem Wiesbadener Quarterback-Gespann Woelbert/Meißner lange Zeit nur wenig – Woelbert brachte mehrere Pässe nicht an, Meißners Laufqualitäten hatten die Wildcats ausgespäht und erstickten sie ebenso im Keim wie Läufe generell: Eine Handvoll Yards standen in der ersten Halbzeit knapp 100 der Kirchdorfer gegenüber.
Wenn’s nicht läuft, dann richtig: Nach dem ersten Drive des dritten Quarter misslang der Snap zum Punter, die Wildcats sicherten das Ei in der Endzone und erhöhten mit einem Safety um zwei Punkte. Ihre Offense erreichte die Endzone danach zwar nicht – einmal mehr agierte Wiesbadens DC Johannes Fiebigs Defense gut – doch verwandelte Baris erneut ein Field Goal.
Mit 0:22 in Rückstand machte sich Enttäuschung und Frustration auf Phantoms-Seite breit, gab es vor Spielbeginn doch durchaus die Hoffnung, dass die Wildcats, die ihren angeschlagenen Quarterback Jimmy Keefe schonten und die deutschen Tobias Kanter und Tom Schmidtke spielen ließen, zu stoppen. Den Touchdown erzielte schließlich Runningback Timo Wappler über ein Yard, dem die Offense unter ihrem Coordinator Ian Wingfield eine Conversion folgen ließ – fast ein Spiegelbild des Touchdowns auf kürzerer Distanz: Tom-Emil Meißner wich zunächst einer Wildkatze aus und lupfte das Ei schließlich zu Moreno, der sich von seinem DB rückwärts absetzte und das 8:22 fing.
Die eventuell noch aufkeimende Hoffnung, weiter zu verkürzen, machte Kicker Baris viereinhalb Minuten später zunichte. Mit dem nächsten Field Goal setzten sich die Gäste auf 25:8 ab und erhöhten durch einen aufgenommen Ball nach einem gefumbelten Snap der Phantoms auf 31:8. Dieses Mal verfehlte Baris. 1:08 Minuten standen noch auf der Anzeigetafel, als die Phantoms-Offense nochmals vor die Kirchdorfer Endzone kam, Woelbert über elf Yards auf Robin Walther passte und der junge Receiver das 14:31 erzielte. Der PAT wurde schließlich geblockt – eine weitere kleine Ungenauigkeit wie einige nicht optimale Snaps, geblockte Punts, eine ganze Handvoll fallengelassener Pässe, „100-prozentige“, aber nicht realisierte Interceptions und vieles mehr, was einen Sieg gegen glanzlose Wildcats unmöglich machte.

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