Balsam für die Seele

Autor: Michael Wiegand

Der deutliche Sieg der Wiesbaden Phantoms in der GFL2 gegen Ravensburg tat sicherlich nicht nur Offense und Defense gleichermaßen gut, sondern auch den Anhängern des nun Tabellenvierten. Nach zwei Niederlagen hatten die Phans schon den 19:0-Sieg in Nürnberg in den Sozialen Medien gefeiert und dürften nach der erneut starken Leistung im jüngsten Vergleich wieder optimistischer in die Zukunft schauen.
Alle Mannschaftsteile zeigten eine sehr gute Performance, was Head Coach Patrick Griesheimer veranlasste, nach dem Spiel lobende Worte für sein Team zu finden: „Das war ein Sieg der gesamten Mannschaft. Die Zahnräder haben gut ineinandergegriffen…“
Die Defense sicherte gleich im zweiten Play des Spiels einen von Oliver Gebhardt freigeschlagenen Ball, Nicholas Reyna lief bis in die Endzone und schon stand es 6:0. Auch wenn die Razorbacks nach dem PAT von Peter Müller auf 6:7 verkürzten, hatten die Zuschauer sicherlich nie das Gefühl, dass es nochmals eng werden könnte: Die Offense benötigte in den folgenden drei Drives nur vier, fünf und zwei Plays, um Touchdowns zu erzielen und auf 26:6 davonzuziehen.
Das zweite Quarter sah danach zwei Offenses, die zwar First Downs erreichen, nicht aber gefährlich in die Nähe der gegnerischen Endzone kommen konnten.
Die Defense der Gastgeber hingegen wusste wie in Nürnberg zu gefallen. Das eine ums andere Mal stoppten die Phantoms den zuvor in zwei Spielen der Razorbacks so gefährlichen Lauf und ließen nur vereinzelt längere Runs zu. „Gelang das mal nicht, wie beim Anschlusstouchdown zum 13:26 im dritten Quarter, war die Offense wieder zur Stelle und erzielte den nächten Touchdown“, bilanzierte Phantoms-Statistiker Friedemann Hees nach der gewonnenen Partie.
Auf der anderen Seite des Balles überzeugten nicht nur die Neuzugänge Cordarious Mann mit 157 Yards Raumgewinne in 14 Versuchen und zwei Touchdowns sowie Tyrell Blanks mit 67 Yards in vier Receptions und mit einem Touchdown, sondern auch die deutschen Akteure. Jannis Fiedler steuerte in acht Läufen zwölf Punkte bei und Robin Gemmerich kam wie Blanks mit vier Catches auf 67 Yards und einen Touchdown. Joshua Haas und David Merkl rundeten die Bilanz mit 21 beziehungsweise 13 Receiving-Yards positiv ab und auch die souverän herausgespielte Conversion machte Lust auf mehr.
Ein Highlight war schließlich der 42-Yard-Pass Preston Rabbs auf Tyrell Blanks zum 46:20-Endstand.
Im Wechsel mit der Offense zeigte sich die Defense in Spiellaune. Reyna agierte mit zwölf Tackles herausragend, Mörtel mit sieben und Reichert mit fünf ebenfalls extrem stark. Zudem brachten Reyna, Rieger und Bittner Ravensburgs Spielmacher Benson dreimal zu Fall.
Doch es gibt Luft nach oben: Nur ein Extrapunkt wurde verwandelt, mal aufgrund eines nicht optimalen Snaps, mal aufgrund zu größer Löcher in der Abwehrreihe für Kicker Peter Müller. Rabb warf eine Interception, brachte sein Team aber auch in dritten und vierten Versuchen nur zweimal zu neuen First Downs. Sieben Mal gaben die Phantoms den Ball nach dem dritten Versuch ab, einmal im vierten Versuch. Mit 83 Yards erhielten die Wiesbadener weniger Strafyards als in den vergangenen Partien, mit zwölf an der Zahl aber nach wie vor zu viele, um in wirklich engen Spielen keinen Nachteil daraus zu erhalten. Zum Vergleich: Ravensburg kam nur auf sechs Strafen.
„Sicher ist noch Luft nach oben“, gab entsprechend auch Patrick Griesheimer zu Protokoll. Doch sein Team habe in den vergangenen Wochen hart gearbeitet und große Fortschritte gemacht, lobte der Head Coach. „Jetzt müssen die Jungs weiterhin zu gut trainieren, dann können wir am Samstag auch Kirchdorf gefährlich werden.“
Das Spiel in Zahlen auf GFL Stats findet ihr hier

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