U16 gewinnt im Saarland

Coach´s Corner Interview mit U16 Headcoach Jonny Ihl

Von: Michael Wiegand

Ihr habt am Wochenende nur mit einer Rumpfmannschaft in Saarbrücken gespielt. Was war los und wie hat sich die niedrige Anzahl an Spielern auf den Vergleich mit den Canes ausgewirkt?

Nun, wir haben Spieler im Team, die gerade Konfirmation haben, einige, die anderweitig eingebunden sind und natürlich unsere verletzte Spieler. Wir haben immer mal Spieler, die sich im Training oder bei einem Spiel verletzen, aber überwiegend verletzen sich die meisten beim Schulsport und bei privaten Dingen. Die Hurricanes konnten nicht so einfach das Spiel verschieben, da die Schiedsrichter Geld kosten und unser Bus bestellt war. Wir hatten aber das Glück, trotzdem eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzustellen. Die Säule der Mannschaft verteilt sich zum einen nicht nur auf fünf oder sechs Spieler und zum anderen haben wir die Quantität, um spielfähig zu sein. Diese Spiele sind immer besondere Spiele, da dann einige der Jungs einen Sprung nach vorne machen und den nächsten Schritt gehen. Sicher haben die anderen Mannschaften die gleiche Last. Wir haben nur das Glück, genügend Spieler zu haben, um trotzdem gut spielen zu können. Und nichtsdestotrotz haben wir als Sieger den Platz verlassen. Wobei das Ergebnis nicht den Spielverlauf widerspiegelt. Saarbrücken hat eine physisch starke Mannschaft, war teilweise aggressiv und gut ausgebildet. Wir sind zwar in Führung gegangen, aber die Canes hatten prompt die Antwort und übernahmen durch eine Conversion die Führung. Durch diverse Ausfälle während des Spiels konnten wir nicht kontern. Lange war eine Niederlage für uns in der Luft. Am Ende hat sich aber unsere ganz junge Defense stabilisiert und die Offense hat den Ball bewegt. 20:8 hieß es dann für uns. Wieder eine starke Mannschaftsleistung und gutes Coaching. Nun heißt es die Wunden zu lecken, regenerieren und auf die kommende Heimspiele vorbereiten.

Du bemängelst generell die Trainingsbeteiligung Deiner Jungs. Warum ist es so wichtig, regelmäßig ins Training zu kommen?

Football ist nicht einfach nur ein Sport, sondern dahinter steht eine gewisse Philosophie. Spieler lernen Teamfähigkeit, Disziplin und sich aufeinander zu verlassen. Selbst Spieler, die verletzt sind, sind oft im Training und unterstützen ihre Mannschaft. Mit dem heutigen Schulsystem ist es oft schwer für Eltern, ihre Kinder ins Training zu schicken, wenn ihre Kinder für die Schule lernen müssen/sollen. Letztendlich ist es so: Wenn ein Spieler fehlt, dann fehlt eben der Nebenmann. Oft ist ein geplantes Training nicht in dem Ausmaß möglich wie wir Coaches das gerne hätten. Dies liegt sicher oft an den familieninternen Prioritäten und Planungen. Oft ist es auch die Motivation der Spieler. Ich rede viel mit den Spielern, damit sie verstehen, dass sie ein Teil eines Kollektivs sind. Schule und Arbeit gehen immer vor, aber darunter leidet eben das Team. In meiner Jugend war Football ein Teil der Schule und da dürfte man nicht fehlen. Bei täglichem Training war es eben ein Bestandteil des Tagesablaufes. Ich habe Spieler in meiner Mannschaft, die von Frankfurt, Hofheim oder Taunusstein kommen. Dies bedeutet eine genaue Planung, um zweimal in der Woche am Training teilzunehmen. Dies bedeutet auch in etwa drei Stunden in der Woche. Das funktioniert nicht immer, aber überwiegend. Lernstunden, Arzt und solche Dinge werden dann so gelegt, dass die Spieler ins Training kommen können. Funktioniert nicht immer, aber meistens. Und selbst wenn Kinder in der Schule Probleme haben, stehen wir gerne bereit zu helfen. Dies wird aber leider selten genutzt. Aber: Wir mussten dieses Jahr leider bitter erfahren, dass sich genau die Spieler, die nicht in der Vorbereitung waren, verletzt haben. Damit meine ich nicht Prellungen. Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass Spieler sich auf ihr Talent verlassen und denken, sie könnten das Fehlen mit ihrem Talent kompensieren. Das ist leider nicht so. Der Head Coach der U19, Christian Freund, gab einmal die Parole „Hard work beats talent" aus… und das ist die pure Wahrheit.

Was kann ein Jugendlicher selbst zusätzlich zum Mannschaftstraining tun, um besser zu werden?

Dies ist die Entscheidung von jedem Einzelnen. Jeder muss selbst wissen, wo seine Schwächen liegen. Wir als Trainer können jedem nur sagen, wo seine Schwächen liegen und was er dagegen tun kann. Jeder Spieler muss sich Gedanken über seine Ziele machen. Als nächstes muss er entscheiden, was er bereit ist zu tun. Bei einer Umfrage vor einigen Jahren in der U19 war einer der Fragen welche Ziele die Spieler haben, eine andere Frage war, was sie bereit sind dafür zu tun. Ob die Trainingseinheiten reichen damit der sein Ziel erreicht. Die Antworten waren teilweise eine Katastrophe! Vorstellung von der Deutschen Meisterschaft, aber ein bis zweimal Training in der Woche sollten da reichen. Kein Laufen gehen, kein Krafttraining und kein Einzeltraining. Wenn ich selbst gelernt habe, habe ich nach zwei Stunden Pause gemacht und bin eine halbe bis dreiviertel Stunde laufen gegangen. Und ich hasse es laufen zu gehen! Macht den Kopf aber frei und ich habe wieder Kapazität zu lernen. So auch das Teamtraining. Wir haben mit einem Fitnessstudio in Wiesbaden Bedingungen ausgehandelt, dass unserer Spieler altersgerecht trainieren können. Unter Aufsicht. Aber es ist eben eine finanzielle Frage und eine Frage, ob der Spieler das Angebot nutzt.

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