Keine Chance in Kirchdorf

Phantoms unterliegen beim Tabellenführer mit 7:24 und lassen die Wildcats auf sechs Punkte davonziehen.

Von: Thomas Weinsheimer

So hoffnungsfroh das dezimierte Team von Patrick Griesheimer und Daniel Garcia die Reise in den tiefen Süden zum ungeschlagenen Tabellenführer Kirchdorf Wildcats auch angetreten hatte, die Realität des Spitzenspiels sprach über vier Spielviertel lang eine andere Sprache. Zwar lagen die Phantoms zur Halbzeit nur knapp mit 7:10 im Hintertreffen und, zumindest vom Ergebnis her, las sich auch der 7:17 Rückstand vor dem letzten Seitenwechsel noch nicht so deutlich, wie es schlussendlich dann doch war.

"Die Defense Line der Wildcats hat uns das Leben heute wirklich schwer gemacht. Zu schwer, um die verletzungsbedingt ausgedünnte Offense Line auf Augenhöhe zu halten. Wir waren heute einfach nicht gut genug, das muss man einfach konstatieren", gab Offense Coordintaor Patrick Griesheimer nach dem Spiel zu Protokoll.

In der Tat: Zu selten klappten die Spielzüge, die man sich vorgenommen hatte, um die starke Verteidigung der Gastgeber aus den Angeln zu heben. So wie beim tiefen 50 Yard Pass von Brian Chris auf Timo Jensen zum 7:10 Anschluss im zweiten Spielviertel (Extrapunkt Kreuzer). Als es der kanadische Spielmacher der Phantoms dann nach der Halbzeit mit der Brechstange versuchte, ging der Schuss nach hinten los. Sein Passversuch wurde von Sinan Günaltay abgefangen und zum Touchdown zurückgetragen. Das zweite "Big Play" der Südbayern brachte die Entscheidung im Spiel. Der letzte Wildcats-Touchdown durch Guy Ricciardulli Sekunden vor Spielschluss hatte nur noch statistischen Wert.

Nachdem Kirchdorf im ersten Spielviertel durch ein Field Goal durch Mathias Esser mit 3:0 in Führung ging und die Phantoms den Ball im Anschluss per Punt abgeben mussten, sorgte "Big Play" Nummer eins für eine beruhigende Führung der Bayern: Ballträger Stefan Hautziger entwischte den Phantoms-Verteidigern und trug den Ball über mehr als 70 Yards in die Wiesbadener Endzone. Nach Essers Extrapunkt hieß es schon früh im Spiel 10:0 für Kirchdorf.

"Natürlich waren diese beiden Big Plays, jeweils zu Beginn einer Halbzeit, wichtig für die Wildcats. Aber es wäre falsch zu sagen, dass diese uns das Genick gebrochen haben. Wir fanden zu wenige offensive Mittel gegen Kurt Fleischmann und Co., um mehr als die sieben Punkte auf die Anzeigetafel zu bringen. Ob wir das Spiel nun mit sieben oder eben 17 Punkten Differenz verlieren, interessiert beim Blick auf die Tabelle niemanden mehr", stellte Griesheimer ernüchtert fest. Sechs Punkte Rückstand, dazu nach dem 7:7 im Hinspiel auch den direkten Vergleich verloren. "Da wird für Kirchdorf defintiv nichts mehr anbrennen. Wir werden nun unseren zweiten Platz festigen wollen und auf dem Positiven aufbauen, was wir mit aus Kirchdorf nehmen können!" In der Tat gab es auch Lichtblicke im Team der Phantoms. Die drei Youngster Thang Leminh auf der Offense Line, sowie die beiden Passempfänger Robin Gemmerich und Nico Netz debütierten nach ihrem "Aufstieg" aus der U19 im Team, mussten direkt in ihrem ersten Spiel als Starter ran und "boten allesamt eine tolle Leistung!" (Griesheimer). Ein Debüt mit Bravour gegen das stärkste Team der Liga.

Die nächste Bewährungsprobe für die drei Jüngsten in der Mannschaft wartet nun am kommenden Samstag mit dem Gastspiel der Frankfurt Universe (24:16 über Holzgerlingen) im Helmut-Schön-Sportpark. Bis dahin hofft Griesheimer auch darauf, dass sich das mittlerweile unerträglich große Lazarett seiner Mannschaft wieder etwas gelichtet hat. 

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